Im Gespräch mit Dr. Kristin Henning vom Verein Neustart

21.06.2019
Information

Ein sehr wichtiger Bereich für die Gründer der Initiative sind die Gespräche und der Austausch mit Experten, genauso wie mit betroffenen Personen und Einrichtungen, mit der Bevölkerung und mit Menschen, die eine ähnliche Vision verfolgen und etwas beitragen möchten zu einem friedlichen Miteinander. So wie auch der Verein NEUSTART, der bereits seit 1957 im Bereich der justiznahen Sozialarbeit tätig ist.

Leben ohne Kriminalität. Der Verein NEUSTART hilft nach der Haft, unterstützt Opfer und bietet Prävention

Resozialisierungshilfe für Straffällige, Unterstützung von Opfern und Prävention, das sind die Angebote vom Verein NEUSTART, mit denen Kriminalität in der Gesellschaft verringert wird. Täterinnen und Täter sollen mit sozialarbeiterischer Unterstützung wieder in die Gesellschaft integriert werden. Opfer erhalten konkrete Hilfe durch Prozessbegleitung, Entschuldigung und Schadenswiedergutmachung. Aus über 60-jähriger Erfahrung hat sich bestätigt, dass eine wirkungsvolle Arbeit mit Täterinnen und Tätern der beste Opferschutz ist.

Dr. Kristin Henning – Juristin & Mediatorin und seit 2012 Leiterin des Vereines NEUSTART am Standort Tirol hat an die Initiative Gewaltig wichtige Informationen übermittelt und auf die Frage, welche Erwartungen sie an die Initiative hat, folgendes Feedback gegeben:

Interview mit Dr. Kristin Henning

„Opfer von Gewalt am eigenen Arbeitsplatz zu werden, ist für die Betroffenen immer besonders traumatisch. Bei den von Ihnen angesprochenen Berufsgruppen kommt hinzu, dass Sie sich für das Gemeinwohl einsetzen, dies teilweise sogar ehrenamtlich. Die Initiative kann die Zivilcourage fördern. Niemand sollte sich in Gefahr bringen, aber jeder kann Hilfe holen bzw. hilft es in der Regel schon, den Aggressor anzusprechen und ihn aufzufordern sein Verhalten zu unterlassen. Gerade im öffentlichen Raum ist es wichtig die eigene Verantwortung wahrzunehmen und sich nicht auf “die anderen” zu verlassen.“

Subjektives Gefühl der steigenden Kriminalität deckt sich nicht mit Realität

Bei den Informationen handelt es sich u.a. um Zahlen der Statistik Austria, die einen Rückgang der Kriminalität aufzeigen sowie auch einen Rückgang der Diversion (Alternative zu Verhandlungen/Verurteilung), was darauf hinweist , dass das sich das subjektive Gefühl der steigenden Kriminalität nicht mit der Realität deckt.

Es ist den Initiatoren sehr wichtig, über „Gewaltig“ ein möglichst realistisches Bild der aktuellen Lage aufzuzeigen, weshalb auch laufend Gespräche, Interviews und Recherchearbeiten getätigt und wissenschaftliche Arbeiten ausgearbeitet werden. Es soll über die Initiative aber keinesfalls Angst erzeugt werden, sondern soll ein Bewusstsein erschaffen und Menschen motiviert und inspiriert werden, um im öffentlichen Bereich wieder mehr aufeinander zu schauen.

Wir möchten uns an dieser sehr herzlich bei Dr. Kristin Henning für das Gespräch und den Beitrag zur Initiative Gewaltig – Wenn wir nicht wegschauen bedanken!